serviceparadies.

Bei uns im Haus (ca 25 Parteien, wie man so schön deutsch sagt) ist es ja durchaus üblich, dass der Paketbote seine Päkchen -bei nicht Antreffen des Empfängers- bei einem der Nachbarn abgibt. Als Empfänger erfährt man davon, 1) im Idealfall mit der offiziellen Versandkarte im Briefkasten aka Türschlitz oder 2) wenn man im Erdgeschoss zufällig seinen Namen als Notiz an der Wand kleben sieht. Aber ok, soweit noch nicht schlimm bzw besorgniserregend.

Gestern nun kam ich vom Einkaufen heim, ein Zettel mit meinem Nachnamen als alt-griechische Hyroglyphe darauf, an der Wand pappend. Ich wunderte mich kurz, da ich kein Paket erwartete, aber gut, ab zum Nachbarn im 2. Stock. Dieser bzw diese überreichte mir ein Riesending von Paket, sackschwer, bei näherer Betrachtung voller Weinflaschen aus Italien. Nun gut, vielleicht ein Gewinnspiel-Gewinn dachte ich, wer weiss. Daheim in der Wohnung inspizierte ich das Paket dann etwas genauer und musste feststellen: Kein Wein für mich, der Empfänger hiess nur geringfügig so wie ich, weder der Vorname, noch die Strasse, noch nicht mal die PLZ passte. Scheisse.

Kurz überlegt, ob ich mir auf diesen Schildbürgerstreich nicht doch eine Flasche dieses wohl sündhaften teuren Wein öffnen sollte, ich besann mich aber auf meine Bürgerpflichten und rief bei DHL an. Hotline natürlich, 1,29 Euro die Minute, na klar. Irgendwann war dann eine Dame am Telefon. Ich erklärte ihr den Fall und bat darum, dass das Paket denn nun bitte bei der nächsten Tour eines DHL Mitarbeiters mitgenommen bzw retourniert werden solle. Jetzt kommts aber! Die Dame, die das Paket freundlicherweise entgegengenommen hätte, da ich ja nicht daheim war (tatsächlich war ich aber zur entsprechenden Zeit sogar daheim?!) ist verantwortlich für das Paket! Sie solle doch bitte das Paket beim nächsten DHL Depot abgeben! WTF!?!? Ich bat nochmal höflich darum, dass dies nicht ginge, schliesslich hat weder sie noch ich irgendetwas mit diesem Paket zu schaffen, aber nix da, die Dame (noch dazu ist das eine ältere Dame) solle das Paket abgeben, da führe kein Weg vorbei. Ich fragte sie nochmal, ob das ihr Ernst sei und legte wutentbrannt auf.

Wäre mein Leben ein Kurzfilm, man würde mich mit der Nachbarin die 8 Flaschen Wein leeren sehen. Anstossend auf das Serviceparadies Deutschland.

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