rainer langhans.

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Geistert heute durch alle Gazetten: Rainer Langhans spendet knapp die Hälfte seiner Einnahmen für seine Teilnahme am Dschungelcamp einerseits der Piratenpartei, andererseits Julian Assange. Die Piratenpartei will mit dem Geld eine Zentrale in München aufbauen, Julian Assange seinen Rechtsstreit mit den Behörden finanzieren.

Meine Meinung: Ein extrem feiner Zug! Dazu muss man wissen, dass Rainer Langhans mal überhaupt nicht im Geld schwimmt und die Gage mit Sicherheit auch selber gut gebraucht hätte.

Und nochmal meine Meinung: Mir bestätigt diese Entscheidung das Bild, das ich von Rainer Langhans habe. Dieses Bild differenziert ziemlich vom gemachten Image der Boulevardmedien, denen freier Sex und wechselnde Partner natürlich wichtiger sind/waren als stille politische Demonstration oder Durchbrechen der westlichen Spiessergesellschaft. Rainer Langhans wird heute in unserer politikmüden und komm-mir-bloss-nicht-mit-Details durchströmten Gesellschaft (auch durch seinen Erzfeind, der Bild-Zeitung) als verschrobener, sexsüchtiger und kauziger Aussenseiter betrachtet, der nie einer geregelten Arbeit und Beziehung nachgegangen ist. Schaut man aber genauer hin, liest man seine Statements und blendet die Bildzeitung mal aus, dann bleibt ein Kerl, der eben nicht so einfach zu zeichnen ist. Der mit seiner Kommune die monogame und frauenfeindliche Ehe der 60er und 70er Jahre anprangerte, der mehr für die sexuelle Aufklärung getan hat als die meisten Professoren dieser Art, der einfach anders lebte als 99 Prozent der Menschen, um genau diese Mehrheit daran zu erinnern, dass es eben auch andere Formen und Arten gibt, als die, die die vorangegangene(n) Generation(en) uns als „erstrebenswert“ als Vorbild gab. Diese Thesen oder Mahnungen von vor über 30 bis 40 Jahren gelten noch heute, betrachtet man zum Beispiel die heutige Arbeitswelt. Man muss aber hierbei auch erwähnen, dass Rainer Langhans zwar aufgerüttelt hat, schlussendlich aber auch gescheitert ist. Gescheitert damit, den Menschen mehr als nur eine Idee zu präsentieren, wie man alternativer und freier leben könnte. Vielleicht wäre es anders gelaufen, wenn es damals diesen kleinen Beruf namens PR Beraters gegeben hätte…

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